Krabbelgruppe Karkenmüs

Die Krabbelgruppe besteht nunmehr fast 25 Jahre. Grund für uns, diesen Zeitraum Revue passieren zu lassen.
 
Vorab muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass von den ersten beiden Jahrzehnten so gut wie keine schriftlichen Unterlagen existieren. Lediglich einige Fotos, die im Besitz ehemaliger Krabbelmütter verblieben sind und deren private Aufzeichnungen, sowie Telefonverzeichnisse und gelegentliche Veröffentlichungen im Gemeindeblatt, konnten gesichtet und für unseren Rückblick verwertet werden. Ansonsten stützen sich die Ergebnisse der Recherchen auf die Gedächtnisleistungen der ehemaligen Mitglieder der Krabbelgruppe. Da ist es verständlich, dass nach so langer Zeit die eine oder andere Erinnerung verblasst ist. Es können sich aus diesem Grund durchaus kleine Ungenauigkeiten in unsere Chronik eingeschlichen haben. Diese bitten wir sodann zu entschuldigen und wären Ihnen für die Richtigstellung dankbar. Scheuen Sie sich nicht uns zu kontaktieren (Tel. 04941-994700).
 
Aber jetzt auf in die interessante Geschichte der Krabbelgruppe.
 
Wie alles begann (1989-1991)
 
In den 1980er Jahren schossen überall Krabbelgruppen wie Pilze aus der Erde. Anneus Buisman, damals Pastor in der Kirchengemeinde Plaggenburg-Dietrichsfeld-Pfalzdorf, erkannte die Zeichen der Zeit und trug seinerzeit Hannelore Meyerhoff die Gründung einer solchen Gruppe an. Als Mutter einer zweijährigen Tochter und gelernte Sozialpädagogin war sie für die Leitung einer Krabbelgruppe prädestiniert. So wurde im Gemeindeblatt in der Winterausgabe 1988 wie folgt für die neu zu gründende Krabbelgruppe geworben:
 
Neu in unserer Gemeinde! Krabbelgruppe
Für Mütter mit kleinen Kindern gibt es im neuen Jahr ein neues Angebot in unserer Kirchengemeinde. Sie können sich in einer Krabbelgruppe treffen. Dort soll Zeit und Gelegenheit sein zum Klönen, Teetrinken, Spielen und vielem mehr, was Müttern und Kindern Freude macht. Zu einem vorbereitenden Gespräch laden wir am
                                    Mittwoch, dem 11.01.1989
                                    Um 10.30 Uhr
in das Gemeindehaus ein.Telefonische Information gibt auch Frau Hannelore Meyerhoff (damalige Adresse und Telefonnummer)
 
Und tatsächlich trafen sich dann am 11. Januar 1989 einige Mütter mit Kindern im Gemeindehaus und gründeten die heutige Krabbelgruppe der ev.-luth. Kirchengemeinde Plaggenburg. Wie Frau Meyerhoff bestätigte, gehörte von Anbeginn das Teetrinken zum Krabbelvormittag dazu. Dieses hat sich in all den Jahren auch nicht verändert und noch heute wird um 10.30 Uhr ein leckerer Ostfriesen-Tee kredenzt, währenddessen die Kinder spielen. Und noch etwas hat sich über die ganzen Jahre nicht verändert – Mittwoch ist Krabbelgruppentag – bis zum heutigen Tage. Das Spielzeug musste in der Anfangszeit noch von zu Hause mitgebracht werden, da im Gemeindehaus keines vorhanden war. Bereits nach gut einem Jahr schied Hannelore Meyerhoff zusammen mit ihrer Tochter aus. Die Gruppe hatte sich bis dahin etabliert. Es fanden sich regelmäßig 10-12 Mütter ein, um sich auszutauschen und deren Kinder selbstverständlich, um zu spielen. Auch wenn zu jener Zeit Pastor Buisman der Gruppe gelegentlich einen Kurzbesuch abstattete, hatten die Mütter doch freie Hand und waren in ihrem Handeln autark.
Nach dem Weggang von Hannelore Meyerholz wurde eine neue Führung gesucht. Anfangs fand sich hierfür niemand. Doch bald bildete sich um Magret Mölendörp und Gisela Habben eine Gruppe von Müttern, bestehend aus Karin Best, Elfriede Friedrichs, Karla Mannott und Hilde Meenken, die gemeinsam den Ablauf in der Krabbelgruppe bestimmten. Für die „Finanzen“ war damals allein Magret Mölendörp zuständig.
 
Ja, man hatte bereits Geld. Denn schon bald erschlossen sich der Krabbelgruppe Einnahmen, indem sie einen Basar ausrichtete, der im Gemeindehaus stattfand. Auf diesem wurden selbstgebackene Kuchen und Tee, aber auch selbstgebastelte Figuren und Blumengestecke veräußert. Damit die Gestecke auch gelangen, holten sich die Krabbelmütter fachliche Hilfe. Inge Wendeling, lange Jahre kreativer Kopf der Plaggenburger Landfrauen, leitete die Hobbyfloristinnen an und sorgte für ein professionelles Design der Blumengebinde. Der Basar wurde ein Erfolg und ein Teil des Erlöses der Kirche zur Anschaffung einer Weihnachtskrippenfigur gespendet. Vom übrigen Basargewinn wurde Spielzeug für die Krabbelgruppe erworben. Die bisherige Praxis, Spielzeug von zu Hause mitzubringen, hatte sich nämlich nicht bewährt. Immer wieder gab es unter den Kindern Streit, da sie das selbst mitgebrachte Spielzeug nicht abgeben und mit anderen Kindern teilen wollten. Mit Hilfe des Basarerlöses wurde nun ein Spielzeugbestand angeschafft, der im Gemeindehaus verblieb.
 
Da man in der warmen Jahreszeit mit den Kindern häufig ins Freie ging, wurde im Jahre 1991 ein Sandkasten angeschafft. Gebaut von einigen Vätern, wurde dieser hinter dem Gemeindehaus aufgebaut und verblieb dort viele Jahre. Aber auch der Ablauf des Krabbelvormittages wurde in dieser Zeit verändert. Nach dem Teetrinken wurden mit den Kindern neuerdings Singspiele durchgeführt. Zum Ende eines jeden Krabbelns wurde ein Schlusskreis gebildet und das Lied „Alle Leut´ gehen jetzt nach Haus“ gesungen.
 
Übrigens machen wir das auch heute noch so. Manche Dinge ändern sich eben nicht. Aber es gab in den nachfolgenden Jahren auch viele Neuerungen.
 
Aus unserer Mitte entspringt ein Kindergarten (1992-1994)
 
1992 wechselte die Leitung der Krabbelgruppe erneut. Annegret Rocker und Karin Fellensiek, die der Gruppe bis etwa 1994 vorstanden, führten diese in bewährter Form weiter. Neu eingeführt wurde, an Geburtstagen der Mütter Kuchen auszugeben. Dadurch wurden die Teerunden noch gemütlicher. Andererseits nutzten viele Mütter die Frühstücksrunden auch zum Austauschen von Erfahrungen. So gab es manchen hilfreichen Tipp gratis zum Tee hinzu.  
 
Die Gruppe bestand 1992 aus etwa 20 Frauen mit 25 Kleinkindern. Da es noch keinen Kindergarten im Ort gab, besuchten die Kinder damals die Krabbelgruppe bis zum 4. Lebensjahr und manchmal sogar darüber hinaus. Heute hingegen wechseln die Kinder meistens noch vor dem Erreichen des 3. Lebensjahres in eine Kindertagesstätte.
 
Auffallend ist das große Engagement der Mütter in jener Zeit. Zusätzlich zu den Krabbelvormittagen trafen sich alle an den Mittwochabenden zum gemeinsamen Basteln für die Basare. Mit Begeisterung und viel Freude wurden Fensterbilder, Puppen, Marionetten, Broschen und anderes gefertigt. Die Ideen dazu stammten aus den eigenen Reihen. Gegenseitig zeigte man sich neue Kniffe und Techniken. Für den Osterbasar 1992 wurden unter anderem auch Ostergestecke gefertigt. Mit der fachlichen Anleitung von Maike Schürmann, die als gelernte Floristin die neuesten Trends der damaligen Zeit kannte, entstand schöner Osterschmuck, der sich hervorragend auf dem Osterbasar verkaufen ließ. Mit einem Bericht über die Basarvorbereitungen wurde in den Ostfriesischen Nachrichten für die Verkaufsveranstaltung, die am 27.03.1992 im Gemeindehaus stattgefunden hat, geworben. Gemäß dem Zeitungsartikel begann dieser Basar um 14.00 Uhr und endete mit einem Krabbelgottesdienst in der Andreaskirche, der von Pastor Buisman abgehalten wurde.
 
In den nachfolgenden Jahren begannen die Basare vereinzelt auch schon nach dem sonntäglichen Kirchgang um ca. 11.00 Uhr, um die Gottesdienstbesucher zu Tee und Kuchen einladen zu können. In späteren Jahren kehrte man allerdings wieder zu den Nachmittagsveranstaltungen zurück. Dass die Basare häufig mit einem Krabbelgottesdienst anfingen oder endeten, belegt auch ein Eintrag im Band „Drei Dörfer eine Kirche“. In dem von Pastor Buisman verfassten Buch werden die Krabbelgottesdienste auf Seite 46 vorgestellt.
 
Im Jahre 1993 führte die Krabbelgruppe dann erste gemeinsame Unternehmungen durch. Im Mai ging die Krabbelgruppe im Plaggenburger Wald auf Entdeckungsreise und bereits im Juni gleichen  Jahres unternahm sie einen gemeinsamen Ausflug in den Kleintierzoo in Rechtsupweg. Passend zur Jahreszeit wurde am 1. Advent ein Weihnachtsbasar mit selbstgebastelten Geschenkideen veranstaltet, für den man damals auch im Gemeindeblatt warb. Am 08. Dezember hatte die Krabbelgruppe zur Freude der Kinder den Nikolaus zu Gast. Dem schien es bei der Krabbelgruppe gut zu gefallen, da er in den darauffolgenden Jahren seinen Besuch stets um den 06. Dezember wiederholte. Annegret und Karin haben in ihrer Zeit ohne Zweifel einiges auf die Beine gestellt.
 
Das Jahr 1994 jedoch sollte noch mehr Aktivitäten mit sich bringen. Im Frühjahr ließ man sich von Christa Titze in die Seidenmalerei einführen. Hierfür fuhren die Krabbelmütter sogar nach Westerholt. Außerdem  bastelte man wieder fleißig für den Basar. Fast jeden Mittwochabend trafen sich die eifrigen Frauen, um Türkränze und Gestecke zu binden, aber auch Weihnachtskugeln zu bemalen. Soviel Arbeit muss dann auch einmal belohnt werden. Daher sind die Mütter im November gemeinsam essen gegangen. Höhepunkt des Jahres war aber das Gemeindefest anlässlich des 90. Geburtstags der Andreaskirche. Es wurde eine ganze Woche lang gefeiert. Die Krabbelgruppe – als Teil der Kirchengemeinde – beteiligte sich maßgeblich mit einer Murmelbahn, Seifenblasen und einem Klopfbrett. Und man half beim Schmücken der Kirche.
 
Dabei trug sich folgendes zu: Die Krabbelgruppenmütter unterstützten Pastor und Küsterin, bei der Verschönerung der Kirche. Während der Arbeiten betrat dann ein Hund das Gotteshaus. Es handelte sich um den Hund einer Familie aus der Krabbelgruppe. Das treue Tier war dem Vater während eines Spazierganges entlaufen und nun der Mutter, die auch bei den Vorbereitungen des Gemeindefestes half, bis in die Kirche gefolgt. Pastor Buisman nahm es mit Humor und zitierte amüsiert aus der Bibel: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Das Zitat kommt Ihnen bekannt vor? Richtig, es ziert die Wand über den Altarraum in unserer Kirche.
 
Am meisten fieberten die Krabbelgruppenmütter jedoch der Podiumsdiskussion am Mittwoch, dem 15. Juni, zum Thema Kindergarten entgegen, die in die Festwoche, die anlässlich des 90jährigen Jubiläums stattfand, eingebunden war. Diese Veranstaltung war auf Betreiben der Krabbelgruppe anberaumt worden. Bereits seit einiger Zeit war aus den Reihen der Krabbelgruppe vermehrt der Wunsch nach einem örtlichen Kindergarten verlautet. Um dem Vorhaben Nachdruck zu verleihen, begannen die Mütter bereits im Mai mit dem Sammeln von Unterschriften. Obwohl schon im Vorfeld der Idee „Plaggenburg muss einen Kindergarten bekommen“,  sehr viel Sympathie entgegen gebracht wurde, war man doch erstaunt, auf wieviel Interesse diese Podiumsdiskussion zum Thema Kindergarten dann doch traf. Die anwesenden Plaggenburger waren sich einig, dass der Ort einen Kindergarten bräuchte. Lediglich die Vertreter der Stadt hielten dagegen.
 
Bereits während der Diskussionsveranstaltung entwickelte sich der Plan, einen Kindergartenverein ins Leben zu rufen. Im Oktober 1994 wurde dieses mit der Gründung einer „Interessengemeinschaft Tageseinrichtung für Kinder Plaggenburg“ umgesetzt. Aus diesem ging später der Kindergartenverein „Stefelkes“ hervor. Im Jahre 1995 suchten die Initiatoren nach geeigneten Räumen für eine Kindertagesstätte. Schnell wurde die ehemalige Dorfschule ins Auge gefasst, die allerdings zu jener Zeit noch bewohnt war. Mit großer Unterstützung von Pastor Buisman konnte die Bewohnerin schon bald zum Umzug in eine der kirchlichen Altenwohnungen bewogen werden. Der Kindergarten konnte nun kommen. Der Umbau der Dorfschule in einen Kindergarten wurde im März 1997 abgeschlossen. Im April 1997 konnte mit einer ersten Gruppe von 25 Kindern und 2 Fachkräften begonnen werden.
 
Es ist bezeichnend, dass mit Bettina Friedrichs eine ehemalige Krabbelgruppenmutter die Leitung des Kindergartens übernahm und bis zum heutigen Tage in hervorragender Art und Weise ausübt. Sie hat seinerzeit entscheidend zur Verwirklichung des Vorhabens beigetragen. Aber auch den übrigen Mitgliedern, die der Krabbelgruppe in diesen Jahren angehörten, ist es durch ihr ungewöhnliches Engagement zu verdanken, dass Plaggenburg heute eine Kindertagesstätte für die Kleinsten unserer Gemeinde vorhält. Daher darf durchaus behauptet werden, dass der Kindergarten ˶Stefelkes“ seinen Ursprung in der Krabbelgruppe hat.
 
 
Gestatten, wir sind die „Karkenmüs“  (1995-2005)
 
Irgendwann um 1994/95 gaben Annegret Rocker und Karin Fellensiek den Führungsstab weiter an Petra Janssen und Bettina Friedrichs. Ein gutes Team, wie sich auch später im Kindergarten ˶Stefelkes“ zeigen sollte. Zusammen haben die beiden die Gründungsphase sowie die ersten Jahre der ˶Stefelkes“ geprägt und den Kindergarten zu einer hochgeschätzten Einrichtung entwickelt. Doch der Reihe nach. Jetzt erst einmal lassen wir dieses erfolgreiche Gespann die Krabbelgruppe bis 1997 leiten.
 
Dieses war nach Aussage von Petra Janssen auch gar nicht schwer. Zu jener Zeit bestand die Krabbelgruppe aus vielen engagierten Mitgliedern. Sie alle waren jederzeit bereit zu helfen und entlasteten Petra und Bettina immer wieder. Es war ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das die Gruppe in jenen Tagen trug und sie mit Eifer für die Basare basteln ließ. Das ganze Jahr über trafen sich die Mütter, um Mobiles, Dekorkugeln, Marionetten und vieles mehr zu fertigen. Aber auch selbstgebastelte Garderoben und Meterleisten aus Holz gehörten mittlerweile zum Basarangebot. Neu war, dass die Mütter eigene Koch- und Backrezepte sammelten und diese in Form von kleinen Heftchen auf den Basaren an den Mann … pardon … an die Frau brachten.
 
Aber auch mit den Krabbelkindern wurde vieles unternommen. Im Mai 1995 wurde der Kleintierzoo Rechtsupweg aufgesucht, der auch in den Folgejahren regelmäßig ein Ausflugsziel der Krabbelgruppe blieb. Und als im gleichen Jahr die Eltern eines Krabbelgruppenkindes heirateten, trafen sich, wie selbstverständlich, alle Gruppenmitglieder und streuten vor der Andreaskirche Blumen. Im Mai 1996 wurde ein Familienausflug zum Ponyhof von Peter Rocker in Dietrichsfeld durchgeführt und im Juni unternahm die Gruppe eine Fahrradtour. Martini wurde gefeiert und den Abschluss des Jahres bildete eine Weihnachtsfeier, auf der Jakob Decker, wie in nachfolgenden Jahren auch, den Weihnachtsmann gab.
 
Wie schon im Vorjahr gingen die Mütter im September 1996 gemeinsam essen. Dass hieraus eine Tradition werden würde, der noch heute mit Freuden nachgegangen wird, konnte damals allerdings noch keiner ahnen.
 
Anfang 1997 übernahm Christa Philipps die Verantwortung für etwa 1 Jahr. In dieser Zeit wurde gutes Wetter stets ausgenutzt. Beim ersten Sonnenstrahl ging es ab ins Freie und der  Sandkasten wurde von den Kleinen erobert. Es ist daher nicht verwunderlich, dass in jener Zeit häufig gepicknickt wurde. Juli 1997 in Dietrichsfeld an der Kiesgrube, August gleichen Jahres bei Anneliese Janssen im Alten Weg und im Juni 1998 in der Hohen Ringstraße auf dem Spielplatz. Fröhlich und entspannt ging es dann zu. Verabschiedet wurde Christa Philipps im Sommer 1998 übrigens mit einem großen Grillen für die ganze Familie, das bei Elvira Decker stattgefunden und allen viel Spaß gemacht hat.
 
Ab Sommer 1998 war Anneliese Janssen für etwa 2 Jahre die Ansprechpartnerin in der Krabbelgruppe. Sie erfuhr insbesondere Unterstützung durch Anne Friedrichs und Annegret Schneider. Anneliese berichtete, dass ihr die Kommunikation der Mütter sehr wichtig gewesen sei und sie dieses gefördert hat. Die letzten 30 Minuten des Krabbelvormittages gehörten aber ganz den Kindern. Dann wurden Kreisspiele durchgeführt und gemeinsam gesungen. Das noch heute sehr beliebte Schwungtuch, wurde in jener Zeit von Anneliese angeschafft. Beendet wurde die Veranstaltung natürlich mit „Alle Leut´, alle Leut´gehn´ jetzt nach Haus´“.
 
Von welcher Bedeutung dieses Lied für die Krabbelkinder war und ist, wird dadurch deutlich, dass Annelieses damalige 1 ½ jährige Tochter im Urlaub auf Mallorca permanent diese Textzeilen sang und dadurch für viel Geschmunzel bei den Mitreisenden sorgte.
 
Von Sommer 2000 bis Sommer 2002 lagen die Geschicke der Gruppe in den engagierten Händen von Annemarie Heinemann. Ihr wurde dabei von Berta Best und Heike Schürmann tatkräftig unter die Arme gegriffen. Zusammen haben die drei fortgeführt, was sich in der ersten Dekade der Krabbelgruppe entwickelt hat. Hierzu zählten die bewährten Basare, die mittlerweile im Frühjahr und Herbst ausgerichtet wurden. Annemarie erinnerte sich, dass auf den Herbstbasaren die selbstgemachten Marmeladen und eingelegten Kürbisse der Renner waren. Aber auch Ausflüge, z.B. zum ˶Klabautermann“ in Esens, wurden weiterhin mit den Kindern unternommen und selbstverständlich fehlten zum Jahresabschluss auch nicht der Nikolaus und der Weihnachtsmann.
 
Es sei noch angemerkt, dass die Mitgliederzahl seit der Gründung der Krabbelgruppe über die ersten 10 Jahre konstant bei etwa 20 Müttern und 25 bis max.32 Kindern lag. Dieses wird durch die noch vorhandenen Telefonverzeichnisse jener Jahre belegt.
 
Im Sommer 2002 erklärte sich Rita Reck bereit, die Leitung der Gruppe zu übernehmen und gleichzeitig auch die Finanzen zu führen. Wie Rita verlauten ließ, machte die Krabbelgruppe in jener Zeit in den Sommerferien per Auto einige Ausflüge zum Badesee nach Tannenhausen, Mutter Janssen und dem Kleintierzoo Rechtsupweg. Neu eingeführt wurde von Rita der alljährliche Besuch des Kindergarten Stefelkes, der den zukünftigen Kindergartenkindern und deren Eltern einen ersten Einblick in den Kindergartenalltag gibt. Auch heute noch fällt die Krabbelgruppe einmal im Jahr bei den „Stefelkes“ ein, um erste Eindrücke zu gewinnen.
 
Die Basare entwickelten sich in dieser Zeit zu Kleiderbörsen und Kunsthandwerksbasaren. Die Zeit des Bastelns und Selbermachens war vorbei. Die Krabbelgruppe beschränkte sich auf die Organisation der Veranstaltungen; verkaufte aber weiterhin Tee und Kuchen.
 
Nachdem Rita Reck im Sommer 2004 ausgeschieden war, führten Insa Erdwiens und Silke Siede die Krabbelgruppe für ein Jahr weiter. In den Sommerferien wurde ab 2004 eine Art Ferienprogramm angeboten, welches sich bis einschließlich 2007 jeden Sommer wiederholte. Die Gruppe unternahm dabei zahlreiche kleine Ausflüge mit dem Fahrrad in die nähere Umgebung, die Groß und Klein viel Spaß machten.
 
Ab Sommer 2005 bestimmten Brigitte Wollny-Mannott und Martina Redenius die Geschicke der Gruppe. Obwohl die Krabbelgruppe damals bereits 15 Jahre bestand, hatte diese immer noch keinen Namen. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs gewann letztendlich der Vorschlag „Karkenmüs“ von Brigitte Wollny-Mannott. Ein guter Vorschlag, wie wir auch heute noch finden.
 
Endlich hatte die namenlose Zeit somit ein Ende.
 
Der letzte Teil unserer Rückschau ist dem Zeitraum 2006 bis in die Gegenwart geschuldet. In diese Phase fällt der Wechsel im Pastorenamt unserer Kirchengemeinde. War bereits Herr Pastor Buisman jederzeit für die Belange der Krabbelgruppe zu gewinnen, profitieren die „Karkenmüs“ in großem Maße von dem Engagement seines jetzigen Nachfolgers, Herrn Pastor Ott. Die Amtszeit von Frau Pastorin Heidkamp war leider zu kurz, um bezogen auf die Krabbelgruppe Akzente zu setzen.
 
Zur Freude der „Karkenmüs“ ist ein Schwerpunkt der Amtstätigkeit von Pastor Ott die Arbeit mit den Kleinsten in der Gemeinde. Dieses spiegelt sich in der hervorragenden Kooperation mit der Gruppe und seinen uns alle immer wieder in den Bann ziehenden Krabbelgottesdiensten wieder.
 
Nun aber zum letzten Teil unseres Rückblicks:
 
             Mit Jakob auf du und du (2006 – 2015)
 
Bis zum Sommer 2006 wurde die Krabbelgruppe von Brigitte Wollny-Mannott und Martina Redenius geführt. Martina, die bis dahin unter anderem auch die Finanzen der Gruppe regelte, schied im Sommer 2006 aus, da ihre Tochter ab diesem Zeitpunkt den Kindergarten besuchte. Bis zum Ende des Jahres leitete Brigitte dann gemeinsam mit Margret Geyken die Krabbelgruppe. Ab 2007 wurden die Finanzen von Andrea Janssen geführt, die nun auch mit Brigitte bis zu deren Abschied Anfang 2008 den „Karkenmüs“ vorstand.
 
Aber gehen wir noch einmal kurz zurück in das Jahr 2005. In diesem Jahr musste die Gruppe mit ihrem Herbstbasar in das Vereinsheim des Sportvereins ausweichen – gleiches galt für den Frühjahrsbasar 2006. Grund hierfür waren die umfangreichen Umbaumaßnahmen am Gemeindehaus, die in diesen Räumen eine Durchführung der Basare nicht zuließen. Aber auch „im Exil“ wurden die Basare sehr gut angenommen. Außerdem konnte man nach Beendigung der Baumaßnahmen auf ein komfortables und vergrößertes Gemeindehaus zurückgreifen, in dem ab Herbst 2006 dann wieder die Basare ausgerichtet wurden. Übrigens, die Krabbelvormittage konnten auch während der Bauphase im Gemeindesaal abgehalten werden.
 
Im Jahre 2006, die Krabbelgruppe bestand mittlerweile über 15 Jahre, gab es kaum Verbesserungswürdiges. Mit den Jahren hatten sich feste Strukturen und Rituale gebildet. Der Ablauf der Krabbelgruppenvormittage wiederholte sich stets wie folgt: 10.00 Uhr treffen und begrüßen, anschließend mit den Kindern spielen, 10.30 Uhr Tee trinken, frühstücken und sich austauschen, (die Kinder spielen nach dem Frühstück), 11.15 Uhr gemeinsames Aufräumen, 11.30 Uhr Singspiele und zum Ende Schlusskreis. Frühstücksspruch und das Abschlusslied waren unverzichtbare Rituale. Aber auch der Jahresablauf war mittlerweile fest strukturiert und recht umfangreich, wie am Beispiel des Jahres 2006 erkennbar ist: Karnevalsfete, Frühjahrsbasar, Frühstück anlässlich des Osterfestes, Besuch des Kindergartens, Familienausflug nach Langeoog, Abschiedsfrühstück der zukünftigen Kindergartenkinder, Familiengrillen, Herbstbasar, Martinifest, Nikolausfrühstück und Weihnachtsfeier waren die Jahreshöhepunkte. Für die Leitung der Krabbelgruppe hieß es von nun an, die „Errungenschaften“ der Vorgänger zu pflegen und weiterzuführen. Aber auch dieses erforderte viel Zeit und Arbeit.
 
Mitte 2007 bestand die Krabbelgruppe aus 19 Mütter und 24 Kindern, wie an einer Telefonliste aus jenem Jahr ersichtlich ist. Obwohl in jedem Jahr 8-10 Kinder verabschiedet wurden, ist die Mitgliederzahl über Jahre recht konstant geblieben und bewegte sich bis dahin, soweit bekannt, stets um 20 Mütter und 25 Kinder.
 
Anfang 2008 wurde Brigitte Wollny-Mannott verabschiedet. Neben Andrea Janssen, die für die Gruppe weiterhin die Finanzen regelte, brachten sich nun Nicole Friedrichs und Insa Ehmen ein. Dieses Trio sorgte bis Sommer 2009 dafür, dass bei den „Karkenmüs“ alles reibungslos funktionierte und verließ dann gemeinsam die Krabbelgruppe, da deren Nachwuchs kindergartenreif geworden war.
 
Ihnen folgten Sandra Willms und Menno Götz, der von Andrea Janssen die Finanzen der Gruppe übernahm, als Gruppenleitung nach. Im Jahre 2011 ließ man das einige Jahre ausgefallene Familiengrillen wieder neu aufleben. Und noch etwas bereitete den „Karkenmüs“ große Freude. Der Kirchenvorstand erfüllte der Krabbelgruppe den Wunsch nach einem Wickeltisch im Gemeindehaus. Da Sandra Willms im Sommer 2011 aus der Gruppe ausschied, übernahm an Ihrer statt Helga Freimuth für 1 Jahr gemeinsam mit Menno Götz die Führung der „Mäuse“.
 
Im Herbst 2011 erinnerte man sich an die Ausflüge der Krabbelgruppe, die regelmäßig in den 1990er Jahren stattfanden und machte, verbunden mit einem Picknick, eine Tagesfahrt in den Jadeberger Zoo. Im Jahr darauf besuchte die Krabbelgruppe, nach einem ausgiebigen Frühstück im Dietrichsfelder Boßelheim das Taka-Tuka-Land in Bensersiel. Neu eingeführt wurde im September 2011 auf Initiative von Pastor Ott der vierteljährliche Krabbelgottesdienst, der schon bald zur festen Größe in der Jahresplanung geworden war. Erstmals wurde im Sommer 2012 ein Abschiedsgeschenk, in Form einer gewidmeten Kinderbibel, an die ausscheidenden Kinder ausgehändigt.
 
Sommer 2012 endete die Kooperation Freimuth-Götz, da Helga nach einem überaus engagierten Jahr Leitungsfunktion die „Mäuse“ verließ. Seitdem ist das Tandem Menno Götz – Nicole Imkamp Ansprechpartner für die Krabbelgruppe. In der Adventszeit 2012 lebte eine alte Leidenschaft der Krabbelgruppe wieder auf – das Anfertigen von Gestecken. Unter der fachlichen Anleitung von Martina Gaden wurden erfolgreich Weihnachtgestecke kreiert, welches man in der Folgezeit wiederholte. Seit Ende 2014 werden die Bastelabende gemeinsam mit dem Kindergarten „Stefelkes durchgeführt. Sommer 2014 sagte Nicole Imkamp der Krabbelgruppe Adieu und übergab ihre Aufgaben an Sabine Friedrichs. Im Januar 2015 übernahm diese die alleinige Leitung der Gruppe von Menno Götz, für den nach über 6 Jahren Zugehörigkeit die Zeit bei den „Karkenmüs“ endete.
 
Hiermit ist das vorläufige Ende der Chronik erreicht. Mehr als 25 Jahre, die es wirklich in sich hatten, aber auch eine Zeit des Miteinanders waren. Bedenkt man, dass ca. 250 Kinder und deren Eltern bisher der Krabbelgruppe angehörten, so hat fast ein viertel der Gemeindemitglieder eigene Erfahrungen mit den „Karkenmüs“ machen können.
 
Hier wurden Freundschaften geschlossen, die über Jahre andauerten, manchmal bis in die Gegenwart. Die Kinder, die nach der Krabbelgruppe auch gemeinsam Kindergarten, Schule und Konfirmandenunterricht absolvierten und sich häufig auch in den örtlichen Vereinen wieder trafen, haben bei den „Karkenmüs“ erste soziale Kontakte geschlossen. Hier sind erste Bande geknüpft worden – häufig fürs Leben.
 
Der Erfolg der Krabbelgruppe beruht auf das Engagement der Eltern, insbesondere derjenigen, die der Gruppe vorstanden und viel Zeit und Arbeit investierten. Ihnen gebührt Anerkennung und Dank.
 
(Vielen Dank für die freundliche Unterstützung an Christina Hoppmann, Brigitte Wollny-Mannott und Martina Redenius, deren Angaben Bestandteil des 4. Teils des Rückblicks sind.)

 

 

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